Unsere Sage

In den nebligen Mooren, wo das Schilf im Wind flüsterte und das Wasser in dunklen Tümpeln spiegelte, lebten die Moorglut-Hexen. Sie waren uralte Wesen, deren Haut so faltig war wie die Rinde der Weiden, und deren Augen in der Dunkelheit wie glühende Kohlen leuchteten.
Die Moorglut-Hexen waren Hüterinnen der Sümpfe, Beschützerinnen der verborgenen Kräfte, die in der Erde schlummerten. Sie beherrschten die Kunst der Magie, die sie aus den Wurzeln der Pflanzen, dem Gesang der Frösche und dem Wispern des Windes webten. Ihre Zauber waren so mächtig wie die Stürme, die über das Moor fegten, und so geheimnisvoll wie die Nebel, die in den Vollmondnächten aufstiegen.
Die Menschen, die am Rande des Moores lebten, hatten Angst vor den Hexen. Sie erzählten sich Geschichten von ihren nächtlichen Tänzen, von ihren Beschwörungen, die das Wasser zum Kochen brachten, und von ihren Flüchen, die ganze Dörfer in den Untergang stürzten. Doch die Moorglut-Hexen waren nicht böse. Sie waren eins mit der Natur, und sie bestraften nur diejenigen, die das Gleichgewicht der Welt störten.
Eines Tages wagte sich ein junger Mann namens Erik in das Moor. Er war ein Holzfäller, der das kostbare Torf der Sümpfe für seine Feuer suchte. Als er tief in das Moor vorgedrungen war, hörte er ein leises Lachen. Er drehte sich um und sah drei Gestalten, die im Nebel schwebten. Es waren die Moorglut-Hexen.
Erik hatte Angst, doch er versuchte, seine Furcht zu verbergen. Er erklärte den Hexen, warum er in das Moor gekommen war, und bat sie um Erlaubnis, etwas Torf mitnehmen zu dürfen. Die Hexen sahen ihn mit ihren glühenden Augen an und schwiegen. Dann sagte die älteste von ihnen: „Du darfst Torf mitnehmen, junger Mann, aber nur so viel, wie du für dein eigenes Feuer brauchst. Nimmst du mehr, wirst du unseren Zorn spüren.“
Erik versprach, sich daran zu halten, und die Hexen verschwanden im Nebel. Er sammelte das Torf und kehrte in sein Dorf zurück. Doch die Gier hatte ihn gepackt. Er erzählte den anderen Dorfbewohnern von dem reichen Torfvorkommen im Moor, und bald zogen alle aus, um so viel Torf wie möglich zu holen.
Die Moorglut-Hexen waren erzürnt. Sie stiegen aus den Tiefen des Moores auf und beschworen einen Sturm, der das Dorf heimsuchte. Das Wasser stieg, der Wind heulte, und die Menschen flohen in Panik. Nur Erik blieb zurück. Er kniete vor den Hexen nieder und bat um Vergebung.
Die Hexen sahen seine Reue und ließen ihren Zorn nach. Sie ließen den Sturm abklingen und das Wasser zurückgehen. Doch sie verbannten Erik aus dem Dorf und verfluchten ihn, für den Rest seines Lebens im Moor zu leben. So wurde Erik zum Hüter des Moores, und die Menschen lernten, den Zorn der Moorglut-Hexen zu fürchten.

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